Die Bettwanzen sind wieder auf dem Vormarsch!




Bettwanze (Cimex Lecturarius), adultes Tier                                     Foto: Stefan Kittner, Copyright S. Kittner

Meldung vom 09.11.2010


Berlin (dpa) - Sie sind nur wenige Millimeter klein, aber äußerst hartnäckig und lästig: Bettwanzen. Jahrzehntelang blieben deutsche Schlafzimmer weitgehend von ihnen verschont. Doch mit dem zunehmenden Reiseverkehr und den Internethandel mit gebrauchter Kleidung und alten Möbeln sind die Insekten mobiler denn je. Nur selten sprechen Hotelbetreiber offen über das Problem - wie nun der Vorstandsvorsitzende der A&O Hotels and Hostels AG, Oliver Winter.

«Wir haben derzeit etwa zehn Fälle von Bettwanzenbefall im Jahr», sagt Winter. Bei etwa 400 000 Übernachtungen pro Jahr in Berlin liege dieser Wert zwar im Promillebereich, sei aber dennoch ein Ärgernis. «2006 war es extrem schlimm. Zur Fußball-Weltmeisterschaft kamen Leute aus aller Welt und brachten die Wanzen mit», erklärt der Hotelier.

«Im Hintergrund werkeln alle. Sie sprühen, tun und machen», erzählt Winter über Branchenkollegen. Doch offen äußern wolle sich niemand. Bettwanzen seien ein Tabuthema, obwohl ja niemand etwas dagegen tun könne, wenn der Gast sie im Koffer mitbringe.

Die Tiere, die sich tagsüber in Ritzen, Steckdosen oder auch hinter Tapeten verstecken, hinterlassen kleine Kotspuren oder auch Blutflecken auf den Laken. Das Personal werde geschult, die Spuren zu erkennen. Außerdem seien die Holzmöbel durch Metallbetten ersetzt worden, erklärt Winter. «Die Wanzen mögen das kalte Metall nicht.»

Zahlen deuten darauf hin, dass die Plage schlimmer wird. «2009 waren unsere Betriebe in Berlin 471 Mal in Sachen Bettwanzen unterwegs», berichtet Mario Heising, Chef der Berliner Landesgruppe im Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verband. 2007 waren es nur 210 Einsätze. Die Dunkelziffer liege sicher höher.

«Die Stiche sind schwer von anderen Insektenstichen zu unterscheiden», sagt Erik Schmolz vom Umweltbundesamt. Markant sei bei Wanzenstichen jedoch, dass sie oft dicht beieinander liegen. Problematisch sei es, wenn die Hoteliers nicht reagierten oder aus Kostengründen den Bekämpfungsaufwand gering hielten. Eine gründliche Zimmerreinigung genüge nicht. Gegen Wanzen helfe nur professionelle Schädlingsbekämpfung.






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Frankfurt/Main (dpa) - Winzige, nachtaktive Blutsauger haben in Teilen New Yorks Wohnungen, Hotels und Geschäfte erobert. Jetzt machen sich die Bettwanzen auch in deutschen Ballungsgebieten breit.

Der Deutsche Schädlingsbekämpfer-Verband (DSV) spricht von einer starken, sinuskurvenartigen Zunahme, die vor etwa fünf Jahren begonnen habe. «Bettwanzen übertragen keine Krankheiten», erklärt Erik Schmolz vom Umweltbundesamt. Deshalb gebe es noch keine Daten über ihre Verbreitung zwischen Flensburg und Füssen. «Aber der Juckreiz ist barbarisch», sagt der Chef des Frankfurter Gesundheitsamtes, René Gottschalk.

«Ein Anstieg der Bettwanzen-Population ist weltweit zu verzeichnen», berichtet der DSV-Bundesvorsitzende Rainer Gsell und nennt Dubai als Beispiel. Die behaarten Kosmopoliten mit der wissenschaftlichen Bezeichnung Cimex lectularius hatten vor den Olympischen Winterspielen auch im kanadischen Vancouver für Aufregung gesorgt. Aus Nordamerika, Australien, Dänemark und der Schweiz gebe es eindeutige Hinweise auf eine Zunahme, berichtet Schmolz. Und in Deutschland? «Ein Befall wird ungern zugegeben. Schädlinge sind allgemein ein Tabu-Thema.»

«Bettwanzen sind ein Geniestreich der Natur», sagt Gottschalk. «Die Insekten sind unglaublich lange in der Lage, ohne Feuchtigkeit und Nahrung auszukommen.» Den Menschen nutzen die wenigen Millimeter großen Tiere kurze Zeit als Futterquelle, dann verschwinden sie wieder in ihren Ritzen. «Wanzenfamilien essen gemeinsam zu Abend, alle auf derselben Stelle», berichtet der Mediziner. «Sie mögen es besonders, wenn der Mensch schwitzt. Die erste, die Licht sieht, huscht zurück in die Ritze und der Rest der Familie folgt.»

Extrem juckende und massiv allergische Hautreaktionen können die höchst unangenehme Folge sein. Denn die birnenförmigen Sechsbeiner sondern beim Stechen einen Stoff ab, der neben Schlafstörungen auch starke allergische Reaktionen verursachen kann. Antihistamin-Salben helfen, so die Fachleute. Auch Erreger wie Borreliose, Hepatitis und sogar HIV seien bei Wanzen schon gefunden worden. Eine Übertragung auf den Menschen wurde aber nicht nachgewiesen.

Mit dem globalen Tourismus-Boom und dem weltweiten Gebrauchtwaren- Handel erklären Fachleute die Ausbreitung der behaarten Winzlinge. Sie können unbemerkt in Koffern und Taschen mitreisen, vor allem aber auch in Kartons auf Lastwagen, Schiffen, Zügen und Flugzeugen. «Sie lieben Hölzer und Kartonagen», sagt Gottschalk. Und glücklicherweise suchten sie sich eher selten neue Lebensräume. Zur weltweiten Ausbreitung sollen auch Resistenzen gegen Schädlingsbekämpfungsmittel geführt haben.

«Es liegt definitiv nicht an mangelnder Hygiene», betont Schmolz. Und Gottschalk sagt: «Wenn sie erstmal irgendwo drin sind, breiten sie sich aus und sind auch in blank geputzen Kachelstudios und sehr gepflegten Wohnungen zu finden.»

Noch vor zehn Jahren hätten Wanzen - die in dem alten Kinderlied auf der Mauer auf der Lauer liegen - als weitgehend ausgerottet gegolten, sagt Schädlingsbekämpfer Gsell. «Die Leute erkennen sie auch nicht mehr so. Das Know-how hat nachgelassen», ergänzt Schmolz. Ein untrügliches Zeichen für Wanzenbefall seien die Kotspuren: «Kleine schwarze Punkte auf Tapete und Bettrahmen».

«Sofort einen professionellen Schädlingsbekämpfer rufen!», rät Schmolz. «Sie müssen fast ihre Wohnung zerpflügen, um an die Wanzen heranzukommen», sagt Gottschalk. Möbel müssten auseinandergebaut, Ritzen mit Silikon zugestopft und die Matratze möglicherweise ausgewechselt werden.

Die preiswerteste und am wenigsten aufwendige Methode seien Insektizide, sagt Gsell. «Allerdings kann es schon mal sein, dass das nicht gleich von Anfang an funktioniert.» Deutlich aufwendiger und teurer sei es, die Tierchen mit Hitze - über 55 Grad - oder Trockeneis zu bekämpfen. Und auch wenn der Kammerjäger mehrmals kommen muss: «Bei Insektiziden sachgemäß angewendet, sind keine Gesundheitsschäden zu erwarten», sagt Schmolz.



Die Bettwanze (Cimex lecturarius) ist ein stechend-saugendes Insekt, welches auch von menschlichem Blut ernährt. Sie sind in der Klasse der hemimethabolen Insekten, d.H., sie entwickeln sich in mehreren Stadien:

Sechs verschiedene Entwicklungsstadien in einem Bild!          Foto: Stefan Kittner, Copyright: S.Kittner

In den letzten fünf Jahren sind die Behandlungsanzahlen von Bettwanzen stark gestiegen. Dies liegt vor allem in der Reisefreudigkeit der Menschen, die sich ein unfreiwilliges Souvenier mit nach Hause bringen. Sie verbergen sich in den feinsten Ritzen des Bettes und der Umgebung des Kopfes im Schlafzimmer. Meist sind die Lichtschalter, Fußbodenleisten und Bilder mit ihnen befallen, aber haubtsächlich im Bett.
Aber hier ist es nicht nötig, in Panik zu verfallen. Der Schädlingsbekämpfer hat die richtigen Mittel und Lösungen, um jedes Bettwanzenproblem individuell anzugehen.
Normalerweise ist der Befall innerhalb von einem Monat getilgt, weitere Nachbehandlungen sind meist nicht von Nöten.


Nest im Bettüberzug mit ca. 50 Imago´s!                               Foto: Stefan Kittner, Copyright: S.Kittner

Bitte scheuen Sie sich nicht, mich hierzu zu fragen! Eine diskrete Problemlösung kann immer gefunden werden! Durch die verschiedenen Lebenssituationen und Wohnsituationen kann keine allgemeine Lösung herangenommen werden, sonderen wird vielmehr auf die Individualitäten der Menschen eingegangen!